Essingen/Aalen, 16. Juli 2026 â Die Hitzler & Bender Fahrzeugtechnik GmbH mit Sitz in Essingen hat am 15. Juli 2026 beim Amtsgericht Aalen einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ĂŒber ihr Vermögen gestellt. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 1 IN 407/26 gefĂŒhrt.
Mit Beschluss vom 16. Juli 2026 hat das Amtsgericht Aalen SicherungsmaĂnahmen angeordnet und Rechtsanwalt Tobias Humpf von Prof. Baumann und Partner mbB, Aalen, zum vorlĂ€ufigen Insolvenzverwalter bestellt.
PrĂŒfung der wirtschaftlichen Situation
Mit der Anordnung der vorlĂ€ufigen Insolvenzverwaltung soll das Vermögen des Unternehmens gesichert werden. VerfĂŒgungen ĂŒber wesentliche Vermögenswerte bedĂŒrfen der Zustimmung des vorlĂ€ufigen Insolvenzverwalters.
Zugleich wurde der vorlĂ€ufige Insolvenzverwalter damit beauftragt, die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu prĂŒfen und dem Gericht ein Gutachten zu den Voraussetzungen fĂŒr die Eröffnung des Insolvenzverfahrens sowie zu den FortfĂŒhrungsperspektiven vorzulegen. Ziel ist eine geordnete und transparente KlĂ€rung der wirtschaftlichen Lage.
GeschĂ€ftsbetrieb wird fortgefĂŒhrt
Die Hitzler & Bender Fahrzeugtechnik GmbH betreibt am Standort Essingen eine Kfz-Werkstatt. Das Leistungsangebot umfasst Reparatur- und Wartungsarbeiten sowie den Handel mit Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen.
Das Unternehmen beschÀftigt eine einstellige Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter FachkrÀfte und Auszubildende aus den Bereichen Kfz-Mechatronik und Service.
Der GeschĂ€ftsbetrieb wird derzeit in enger Abstimmung mit der vorlĂ€ufigen Insolvenzverwaltung fortgefĂŒhrt. Werkstattleistungen und Serviceangebote stehen Kundinnen und Kunden grundsĂ€tzlich weiterhin zur VerfĂŒgung. Im Mittelpunkt stehen die Stabilisierung der betrieblichen AblĂ€ufe und die Aufrechterhaltung des TagesgeschĂ€fts, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist.
Löhne, GehÀlter und Insolvenzgeld
Zum Zeitpunkt der Antragstellung bestanden gegenĂŒber einzelnen BeschĂ€ftigten LohnrĂŒckstĂ€nde. Die Absicherung der Löhne und GehĂ€lter durch Insolvenzgeld wird derzeit vorbereitet.
Das Insolvenzgeld sichert unter den gesetzlichen Voraussetzungen die AnsprĂŒche der BeschĂ€ftigten fĂŒr einen Zeitraum von bis zu drei Monaten. Die genaue zeitliche Zuordnung richtet sich nach dem weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ĂŒber ihre Möglichkeiten informiert und bei der Antragstellung unterstĂŒtzt.
Ursachen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten
Die Ursachen der wirtschaftlichen Schieflage werden im Rahmen der laufenden PrĂŒfung umfassend analysiert. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand haben insbesondere folgende Faktoren zur angespannten Situation beigetragen:
- eine unzureichende LiquiditÀtsausstattung,
- aufgelaufene Verbindlichkeiten gegenĂŒber verschiedenen GlĂ€ubigergruppen, insbesondere öffentlichen Kassen und Lieferanten,
- die kurze Unternehmenshistorie und die damit verbundenen Herausforderungen eines jungen Betriebs in der Aufbauphase.
Eine abschlieĂende Bewertung der Ursachen und etwaiger Verantwortlichkeiten ist erst nach vollstĂ€ndiger PrĂŒfung der Zahlen, VertrĂ€ge und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen möglich.
Sanierungs- und FortfĂŒhrungsmöglichkeiten werden geprĂŒft
Die vorlĂ€ufige Insolvenzverwaltung arbeitet daran, den laufenden GeschĂ€ftsbetrieb zu stabilisieren und die wirtschaftliche Lage vollstĂ€ndig zu erfassen. Hierzu werden unter anderem die Beziehungen zu wesentlichen Lieferanten und Dienstleistern abgestimmt sowie unterschiedliche Sanierungs- und FortfĂŒhrungsmodelle geprĂŒft.
In Betracht kommen insbesondere eine FortfĂŒhrung am bestehenden Standort, Anpassungen des GeschĂ€ftsmodells oder eine Ăbernahme des GeschĂ€ftsbetriebs durch einen Investor.
Die vorlĂ€ufige Insolvenzverwaltung fĂŒhrt bereits vertrauliche GesprĂ€che mit mehreren Interessenten, darunter potenzielle Investoren und GeschĂ€ftspartner. Ziel ist es, das Unternehmen wirtschaftlich zu stabilisieren, den Standort nach Möglichkeit zu sichern und möglichst viele ArbeitsplĂ€tze zu erhalten.
Die GesprĂ€che befinden sich noch in einem frĂŒhen Stadium. Verbindliche Zusagen oder konkrete Ergebnisse liegen derzeit nicht vor. Aus GrĂŒnden der Vertraulichkeit können weder die Namen einzelner Interessenten noch Details der Verhandlungen veröffentlicht werden.
Auch Kunden, Lieferanten und weitere GeschĂ€ftspartner werden schrittweise in den Prozess eingebunden, um tragfĂ€hige Lösungen fĂŒr eine FortfĂŒhrung des Betriebs zu entwickeln und die Auswirkungen der Insolvenz möglichst zu begrenzen.
Derzeit keine Entscheidungen ĂŒber Stellenabbau
Konkrete Entscheidungen ĂŒber einen Stellenabbau wurden bislang nicht getroffen. Vorrangiges Ziel ist es, den GeschĂ€ftsbetrieb zu stabilisieren und auf Grundlage einer fundierten wirtschaftlichen Analyse ein tragfĂ€higes Sanierungs- oder FortfĂŒhrungskonzept zu entwickeln.
Ob und in welchem Umfang personelle Anpassungen erforderlich werden, hĂ€ngt insbesondere vom kĂŒnftigen GeschĂ€ftsmodell, der verfĂŒgbaren Finanzierung sowie vom Ergebnis der Investoren- und GlĂ€ubigergesprĂ€che ab.
Der Standort Essingen und die dortigen BetriebsflĂ€chen spielen bei der PrĂŒfung der Zukunftsperspektiven eine zentrale Rolle. Die vertragliche und wirtschaftliche Situation der Betriebsimmobilie wird daher in die Gesamtbetrachtung einbezogen. Entscheidungen hierzu können erst nach Abschluss der laufenden Untersuchungen und GesprĂ€che getroffen werden.
NĂ€chste Schritte im Verfahren
Zu den nÀchsten wesentlichen Schritten gehören:
- die Erstellung eines Gutachtens zum Vorliegen eines insolvenzrechtlichen Eröffnungsgrundes,
- die PrĂŒfung, ob das vorhandene Vermögen zur Deckung der Verfahrenskosten ausreicht,
- die Bewertung der Sanierungs- und FortfĂŒhrungsperspektiven,
- die Vorlage des Gutachtens beim Amtsgericht Aalen,
- die anschlieĂende Entscheidung des Gerichts ĂŒber die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
Im Falle einer Verfahrenseröffnung wird das Gericht unter anderem die weiteren Termine und die Fristen fĂŒr die Anmeldung von Forderungen festlegen.
Der Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung hĂ€ngt vom Umfang der erforderlichen PrĂŒfungen und vom weiteren Verfahrensverlauf ab.
Sachliche und transparente Kommunikation
Die vorlÀufige Insolvenzverwaltung legt Wert auf eine sachliche, sorgfÀltige und transparente Kommunikation. Gleichzeitig sind die berechtigten Interessen des Unternehmens, seiner BeschÀftigten, Kunden und GlÀubiger sowie die gesetzlichen Datenschutz- und Vertraulichkeitsanforderungen zu beachten.
Personenbezogene Daten, konkrete EinzelbetrĂ€ge und vertrauliche Vertragsinhalte werden daher nicht öffentlich bekannt gegeben. Die öffentliche Kommunikation konzentriert sich auf den Stand des Verfahrens, die FortfĂŒhrung des GeschĂ€ftsbetriebs und die allgemeinen Sanierungsperspektiven.
Ăber wesentliche weitere Entwicklungen wird zu gegebener Zeit informiert.
Ansprechpartner fĂŒr Medienanfragen
Tobias Humpf
Rechtsanwalt
VorlÀufiger Insolvenzverwalter der Hitzler & Bender Fahrzeugtechnik GmbH
Prof. Baumann und Partner mbB
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GartenstraĂe 1
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Telefon: 07361 78004-0
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