Verantwortung statt Rückzug: Wolpert Gruppe begleitet Beckenbach Formen und Modellbau GmbH durch geordnetes Insolvenzverfahren – Alle Arbeitsplätze im Fokus

Insolvenzrechts-Experte Tobias Humpf aus Aalen leitet das Verfahren – Familienunternehmen kämpft gegen unlauteren Wettbewerb durch staatlich subventionierte Konkurrenz aus China

Schönau / Aalen, 29. August 2026. Die Beckenbach Formen- und Modellbau GmbH aus Schönau – ein traditionsreiches Unternehmen im Bereich des Formen- und Modellbaus für die Automobilindustrie – hat beim Amtsgericht Heidelberg einen Insolvenzantrag gestellt. Hinter diesem Schritt steht kein Rückzug, sondern eine bewusste unternehmerische Entscheidung, die von der Gesellschafterin, der Wolpert-Gruppe, aktiv mitgetragen und als Chance für einen Neuanfang verstanden wird. Die Wolpert-Gruppe hat über Jahre hinweg erhebliche finanzielle Mittel in das Unternehmen investiert und steht auch jetzt an dessen Seite. Begleitet wird das Verfahren von Tobias Humpf, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht der Kanzlei Prof. Dr. Baumann und Partner in Aalen. Ziel aller Beteiligten ist es, die vorhandenen Werte zu sichern, den laufenden Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und für die Beschäftigten eine tragfähige Zukunftsperspektive zu schaffen.

Ein Unternehmen mit Tradition – und einem strukturellen Problem

Beckenbach steht für handwerkliche Kompetenz, technologische Präzision und langjährige Erfahrung im anspruchsvollen Formen- und Modellbau. Das Unternehmen arbeitet für Kunden und Projekte aus dem Umfeld der Automobilindustrie, darunter international tätige Marken und Zulieferer wie Magna, BMW, Audi, Porsche, Volkswagen und Seat. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ein Auszubildender bringen täglich ihr Spezialwissen ein. Als Teil der familiengeführten Wolpert-Gruppe mit Sitz in Bretzfeld ist Beckenbach seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner der deutschen Industrie – mit einem klaren Anspruch an Qualität, Präzision und Termintreue. Gerade diese Stärken können jedoch nicht vollständig ausgleichen, was sich in den vergangenen Jahren zu einem tiefgreifenden strukturellen Druck auf den deutschen Werkzeug-, Formen- und Modellbau entwickelt hat. Volatile Abrufe, zurückhaltende Investitionen und ein intensiver globaler Preiswettbewerb treffen hochspezialisierte mittelständische Betriebe besonders hart. Die aktuelle Situation ist deshalb nicht als isolierte betriebliche Entwicklung zu verstehen, sondern als Ausdruck einer Herausforderung, die zahlreiche Unternehmen entlang der automobilen Wertschöpfungskette betrifft.

Staatlich subventionierte Konkurrenz aus China – ein ungleicher Kampf

Nach Einschätzung der Wolpert-Gruppe und vieler Marktteilnehmer ist der internationale Wettbewerb im Werkzeug- und Formenbau zunehmend von erheblichen Verzerrungen geprägt. Insbesondere chinesische Wettbewerber treten am Weltmarkt nach Darstellung der Unternehmensseite mit Preisen auf, die für qualitätsorientierte Produktionsstandorte in Deutschland und Westeuropa vielfach nicht kostendeckend darstellbar sind. Staatliche Unterstützungsmechanismen, unterschiedliche Kostenstrukturen und industriepolitische Rahmenbedingungen können dabei einen Wettbewerbsvorteil schaffen, dem mittelständische Unternehmen kaum allein begegnen können. Die Folgen sind in der gesamten deutschen Automobilzulieferlandschaft sichtbar: Werkzeug- und Formenbauer, Kunststofftechniker und spezialisierte Lieferanten für Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen, Audi oder Porsche berichten seit Jahren von einem außergewöhnlich harten Preis- und Auftragsdruck. Wo höchste Qualität, kurze Reaktionszeiten und tarifgebundene Beschäftigung auf Preise treffen, die unter europäischen Kostenstrukturen kaum erreichbar sind, entsteht kein fairer Wettbewerb. Aus Sicht der Wolpert-Gruppe liegt darin keine betriebliche Fehlleistung, sondern vor allem ein strukturelles und wirtschaftspolitisches Problem. Deutschland und Europa müssen die Frage beantworten, wie industrielle Kompetenz, Innovation und qualifizierte Arbeitsplätze unter global ungleichen Bedingungen nachhaltig geschützt werden können.

Die Wolpert-Gruppe: Ein Familienunternehmen, das Haltung zeigt

Die Wolpert-Gruppe und ihr Gesellschafter Josef Wolpert stehen seit Jahren loyal hinter Beckenbach. Über einen langen Zeitraum wurden erhebliche eigene finanzielle Mittel bereitgestellt, um das Unternehmen trotz widrigster Marktbedingungen zu stabilisieren und Beschäftigung zu sichern. Dieses Engagement ist keineswegs selbstverständlich. Viele Gesellschafter hätten sich in einer vergleichbaren Lage früher zurückgezogen. Die Wolpert-Gruppe hat dagegen Verantwortung übernommen – für ein Unternehmen, für dessen Know-how und vor allem für die Menschen, die dort arbeiten. Diese Haltung prägt auch das laufende Verfahren. Die Gruppe bleibt aktiv eingebunden und prüft verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung, etwa bei einer Interims-Betriebsführung, bei der Vorfinanzierung notwendiger Reparaturen oder bei der Fertigstellung laufender Werkzeugaufträge. Im Mittelpunkt steht ein klares Ziel: möglichst alle Arbeitsplätze zu erhalten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie ihren Familien eine Perspektive zu geben. Für die Wolpert-Gruppe sind Menschen nicht bloße Kennzahlen. Die familiäre Unternehmenskultur, die Verantwortung im regionalen Umfeld und das soziale Miteinander sind wesentliche Bestandteile ihres Selbstverständnisses. Der Insolvenzantrag war daher ein mutiger, aber notwendiger Schritt, um Beckenbach zu retten – nicht, um es aufzugeben.

Tobias Humpf – ein erfahrener Sanierungsexperte an der Seite des Unternehmens

Die rechtliche und strategische Begleitung übernimmt Tobias Humpf von der Kanzlei Prof. Dr. Baumann und Partner in Aalen. Humpf ist Rechtsanwalt sowie Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht, für Bank- und Kapitalmarktrecht und für Erbrecht. Mit dieser breiten fachlichen Aufstellung und seiner Erfahrung in komplexen wirtschaftsrechtlichen Situationen steht er für einen modernen, lösungsorientierten Ansatz im Insolvenzrecht. Seine Rolle erschöpft sich nicht in formaler Verfahrensbegleitung. Gemeinsam mit dem Unternehmen und der Gesellschafterseite geht es darum, Optionen zu strukturieren, Werte zu bewahren und tragfähige Lösungen für Mitarbeiter, Gläubiger und Gesellschafter zu entwickeln. Humpfs Ansatz ist sanierungsorientiert: Fortführung, Neustart und der Erhalt von Arbeitsplätzen sollen dort Vorrang haben, wo eine wirtschaftlich belastbare Grundlage vorhanden ist. Gerade in schwierigen Situationen sind klare Kommunikation, rechtliche Sorgfalt und konstruktive Verhandlungen entscheidend. Dafür steht Tobias Humpf – mit dem Anspruch, Unternehmen und Menschen eine echte zweite Chance zu eröffnen.

Geordnetes Verfahren – mit dem Ziel: Fortführung und Rettung der Arbeitsplätze

Das Verfahren wird beim Amtsgericht Heidelberg unter dem Aktenzeichen 51 IN 605/26 geführt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Steffen Rauschenbusch bestellt. Der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt; die rund 50 Beschäftigten und ein Auszubildender sind weiterhin im Einsatz. Damit ist eine wichtige Grundlage geschaffen, um vorhandenes Fachwissen, Kundenbeziehungen und operative Leistungsfähigkeit zu bewahren. Hinzu kommt ein substanzieller Auftragsbestand: Zum Stand 24. August 2026 belief sich dieser auf mehr als 3,2 Millionen Euro. Namhafte Kunden aus der Automobilindustrie sind weiterhin an Bord. Der Betriebsrat ist eingebunden. Diese Faktoren unterstreichen, dass es realistische Ansatzpunkte für eine Fortführung gibt. Angestrebt wird ein geordnetes Verfahren mit einer Übertragungslösung im Wege einer übertragenden Sanierung. Dabei sollen möglichst viele, im Idealfall alle, Mitarbeiter übernommen und die gewachsene Unternehmenskultur erhalten werden. Die Situation verlangt entschlossenes Handeln, bietet aber zugleich eine belastbare Grundlage für Zuversicht.

Ein Appell an die Politik

Der Fall Beckenbach steht exemplarisch für eine ganze Branche. Deutsche und europäische Werkzeug- und Formenbauer, Kunststoffverarbeiter und Automobilzulieferer leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu Innovation, Wertschöpfung und Beschäftigung. Sie können ihre Rolle jedoch nur dann dauerhaft erfüllen, wenn faire Wettbewerbsbedingungen gelten. Die Politik ist deshalb aufgerufen, wirksame Instrumente gegen wettbewerbsverzerrende staatlich gestützte Billigangebote aus Fernost zu prüfen und konsequent einzusetzen – durch faire Handelsregeln, geeignete Schutzmaßnahmen und eine europäische Industriepolitik, die strategische Fähigkeiten am Standort sichert. Wer Innovation, Präzision und Qualität „Made in Germany“ erhalten will, muss Rahmenbedingungen schaffen, unter denen diese Unternehmen wirtschaftlich bestehen können. Die Wolpert-Gruppe und Tobias Humpf setzen in dieser Lage ein wichtiges Zeichen: Unternehmerische Verantwortung bedeutet nicht, wegzulaufen, sondern zu gestalten – mit Augenmaß, Mut und Respekt vor den Menschen, die ein Unternehmen tragen.

Ausblick

Das Verfahren bietet die realistische Chance auf einen Neustart. Mit dem Engagement der Wolpert-Gruppe, der Kompetenz von Tobias Humpf, der Mitwirkung des vorläufigen Insolvenzverwalters und dem Willen aller Beteiligten, Arbeitsplätze und Unternehmen zu erhalten, ist eine solide Grundlage für die nächsten Schritte gelegt. Beckenbach ist mehr als eine GmbH: Es ist ein Ort, an dem Menschen arbeiten, Familien ernähren und Zukunft gestalten. Diese Zukunft soll nun in einem geordneten, verantwortungsvollen Verfahren gesichert werden.

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Tobias Humpf
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