Überkinger: Antrag auf Insolvenz hätte vermieden werden können

Überkinger-Geschäftsführer Andreas Schönherr widerspricht der Darstellung des Finanzamts

Bad Überkingen, 9. Oktober 2019. Das Finanzamt Göppingen hat am 20. September beim Amtsgericht Göppingen einen Antrag auf Insolvenz der Überkinger GmbH gestellt. Als Grund gab das Finanzamt Steuerschulden des Unternehmens an. Dem widerspricht der Geschäftsführer Andreas Schönherr entschieden.

Die Überkinger GmbH fördert und vertreibt Mineralwasser aus heimischen Quellen (Marken „Überkinger“, „Adelheid Quelle“, „Filstaler“) und hat sich außerdem auf die Lohnabfüllung in den Gebinden Dosen, PET- und Glasflaschen spezialisiert. Das Unternehmen betreibt eine hochmoderne Abfüllanlage und führt Kunden wie Coca-Cola und ((weitere bekannte Kunden)) auf seiner Referenzliste.

„Der Markt für Mineralwasser und andere Getränke ist hart umkämpft. Die Überkinger GmbH ist aber solide finanziert. Da wir in der Vergangenheit zuweilen lange auf die Bezahlung hoher offener Rechnungen warten mussten, kam es zu Stockungen beim Abführen von Steuern – zu keiner Zeit aber war der Bestand unseres Unternehmens gefährdet. Wichtig ist mir festzustellen, dass zum Zeitpunkt, als das Finanzamt den Insolvenzantrag gestellt hat, alle Steuerschulden beglichen waren“, erklärt Andreas Schönherr, Geschäftsführer und Gesellschafter der Überkinger GmbH. „Dass das Finanzamt nicht den Kontakt zu uns gesucht hat und vorschnell einen Insolvenzantrag gestellt hat, ist mir unverständlich.“

Offenbar wurde das Gerücht verbreitet, dass die Überkinger GmbH zahlungsunfähig sei, was eine Fachzeitschrift ungeprüft übernahm. Aufgrund des Insolvenzantrags des Finanzamts hat die KSK Göppingen die Kredite fällig gestellt. Daraufhin musste die Überkinger GmbH einen Eigenantrag stellen.

Aktuell untersucht der vorläufige Insolvenzverwalter die Finanzkraft des Unternehmens und zeigt sich nach Gesprächen mit Lieferanten und Kunden optimistisch. Auch die Mitarbeiter stehen voll und ganz hinter ihrem Unternehmen.

Der Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Humpf von der Kanzlei Prof. Dr. Baumann & Partner berät Andreas Schönherr und sagt: „Wir prüfen zurzeit die Unterlagen, gehen aber davon aus, dass der Fortbestand des Unternehmens sichergestellt werden kann. Bestenfalls wird ein Investor in Kürze zur Verfügung stehen. Die Verhandlungen für einen Einstieg laufen bereits auf Hochtouren – ich bin guter Dinge.“

Seit 1200 besteht der Mineralbrunnen „ÜBERKINGER“ im Kurort Bad Überkingen. Zum traditionsträchtigen Mineralbrunnen gehört heute ein 136.000 m² großes Betriebsgelände, das seit der Übernahme 2005 die Bereiche Getränkeproduktion, Logistik, Labor und Verwaltung auf rund 77.000 m² beherbergt. Die Überkinger GmbH verfügt über eine der modernsten Dosenabfülllinie Europas und über eine hochmoderne Glasabfülllinie. Zurzeit beschäftigt das Unternehmen rund 100 Mitarbeiter.